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Theaterspaß mit Frauen-Power
 
Bierbacher Laienspielensemble glänzte mit „Und oben wohnen Engel“
 
Auch wenn die Premiere von „Und oben wohnen Engel“ diesmal in der Bliesgau-Festhalle Blieskastel über die Bühne ging – das Bierbacher Laienspielensemble von Mächtig viel Theater hat viele Freunde, denn auch beim Auswärtsspiel waren an zwei Tagen jeweils 400 Besucher begeistert. Von SZ-Mitarbeiter Hans Hurth
 
 
Blieskastel/Bierbach. Zum insgesamt neunten Male standen die Akteure von Mächtig viel Theater auf den Brettern. Der Premieren-Vorhang fiel in Blieskastel, da die Pirminiushalle als Heimstätte erstmals seit dem Debüt im Jahre 1999 nicht zur Verfügung stand. Beim Drei-Akter von Jens Exler hatten heuer die Frauen bei der Theaterfreude pur die Oberhand. „Da das Ensemble diesmal nicht genügend Männer aufwies, mussten wir ein passendes Stück mit überwiegend Frauen-Power aussuchen“, erzählte uns Martina Oster, die ebenfalls pausierte. Auch Georg Wilhelm hatte als „Schorsch de Feger“ nur eine Nebenrolle und Ralph Weber wechselt sich im Jahresrhythmus mit Ehefrau Anette ab.
 
Scheinheilige Geschwister
In dem kurzweiligen Boulevardstück könnte das scheinheilige Geschwisterpaar Helene und Elvira (köstlich Marion Schwarz und Sigrid Wilhelm) in seiner kleinen Mansardenwohnung zutiefst zufrieden sein. Die neue Familie, unter ihnen eingezogen, ist wirklich nett und eine hilfsbereite Nachbarin geht ihnen fleißig zur Hand. Aber nein: Die alternden Jungfrauen sehen den Sinn ihrer Existenz einzig und allein darin, einen Umzug in die größerer Wohnung im unteren Stockwerk vorzubereiten. Zwar stimmt die Chemie zwischen beiden Schwestern. Aber Elvira kommt gegen das einschüchternde Naturell Helenes alias Marion Schwarz als tonangebende Galeerentrommlerin („Buch ab und kloppe was die Tischplatte hergibt“) nicht an. Dazu passt die Nachbarin Alma Fritsche (Annette Motsch) wie die Faust aufs Auge. Zu sehr mit sich selbst beschäftigt, kapieren die Schwestern nicht, dass sie von der hilfsbereiten Fritsche bis auf die letzte Kaffeebohne ausgenommen werden. An Annette Motsch in der Rolle der Quatschtante Alma kommt im Spukhaus keiner vorbei. Weder ihr Lieblingsgegner, Hausmeister Babbel (Thomas Buhles) noch das applaudierende Publikum oder der vermeintlich naive Neffe Klaus (Thomas Schuler), der als pfiffiger Untermieter den Damen zeigt, wo der Barthel den Most holt. Eine Klasse-Vorstellung boten Petra und Monika Schuler, die souverän und ungekünstelt gleich sechs verschiedene Rollen verkörperten. Der Spaß-Trip rund um menschliche Schwächen, mit unheimlichen Klopfzeichen, einem vermeintlichen Mord und einer Dreier-Beziehung, die ordentlich den Bach hinunter geht, kam beim Publikum prima an. „Ich finde es einfach Klasse, dass die Tradition des Theaterspiels in Bierbach so engagiert umgesetzt wird und stets gut ankommt“, war Besucher Eckes Geißel begeistert.
 
AUF EINEN BLICK
Neben den Schauspielern gehören zu Mächtig viel Theater: Souffleuse: Sybille Frevel, Maske: Bärbel Sonntag, Technik: Martin, Dominik und Conny Risch sowie Reiner Schwarz, Bühnenbild: Jürgen Oster, Ansage: Michael Wemmert, Regie: Angelika Wemmert. hh

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