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20.11.2007 - Saarbrücker Zeitung
Theaterspaß mit Frauen-Power
Bierbacher Laienspielensemble glänzte mit „Und oben wohnen Engel“
Auch wenn die Premiere von „Und oben wohnen Engel“ diesmal in der
Bliesgau-Festhalle Blieskastel über die Bühne ging – das Bierbacher Laienspielensemble
von Mächtig
viel Theater hat viele Freunde, denn auch beim Auswärtsspiel waren an zwei
Tagen jeweils 400 Besucher begeistert. Von SZ-Mitarbeiter Hans Hurth
Blieskastel/Bierbach. Zum insgesamt neunten Male standen die Akteure von
Mächtig
viel Theater auf den Brettern. Der Premieren-Vorhang fiel in Blieskastel, da
die Pirminiushalle als Heimstätte erstmals seit dem Debüt im Jahre 1999
nicht zur Verfügung stand. Beim Drei-Akter von Jens Exler hatten heuer die
Frauen bei der Theaterfreude pur die Oberhand. „Da das Ensemble diesmal
nicht genügend Männer aufwies, mussten wir ein passendes Stück mit überwiegend Frauen-Power
aussuchen“, erzählte uns Martina Oster, die ebenfalls pausierte. Auch Georg
Wilhelm hatte als „Schorsch de Feger“ nur eine Nebenrolle und Ralph Weber
wechselt sich im Jahresrhythmus mit Ehefrau Anette ab.
Scheinheilige
Geschwister
In dem
kurzweiligen Boulevardstück könnte das scheinheilige Geschwisterpaar Helene und Elvira (köstlich Marion Schwarz und Sigrid Wilhelm) in seiner kleinen
Mansardenwohnung zutiefst zufrieden sein. Die neue Familie, unter ihnen
eingezogen, ist wirklich nett und eine hilfsbereite Nachbarin geht ihnen
fleißig zur Hand. Aber nein: Die alternden Jungfrauen sehen den Sinn ihrer
Existenz einzig und allein darin, einen Umzug in die größerer Wohnung im
unteren Stockwerk vorzubereiten. Zwar
stimmt die Chemie zwischen beiden Schwestern. Aber Elvira kommt gegen das
einschüchternde Naturell Helenes alias Marion Schwarz als tonangebende
Galeerentrommlerin („Buch ab und kloppe was die Tischplatte hergibt“) nicht
an. Dazu passt die Nachbarin Alma Fritsche (Annette Motsch) wie die Faust
aufs Auge. Zu sehr mit sich selbst beschäftigt, kapieren die Schwestern
nicht, dass sie von der hilfsbereiten Fritsche bis auf die letzte
Kaffeebohne ausgenommen werden. An Annette Motsch in der Rolle der
Quatschtante Alma kommt im Spukhaus keiner vorbei. Weder ihr
Lieblingsgegner, Hausmeister Babbel (Thomas Buhles) noch das applaudierende
Publikum oder der vermeintlich naive Neffe Klaus (Thomas Schuler), der als
pfiffiger Untermieter den Damen zeigt, wo der Barthel den Most holt. Eine
Klasse-Vorstellung boten Petra und Monika Schuler, die souverän und
ungekünstelt gleich sechs verschiedene Rollen verkörperten. Der Spaß-Trip
rund um menschliche Schwächen, mit unheimlichen Klopfzeichen, einem
vermeintlichen Mord und
einer Dreier-Beziehung, die ordentlich den Bach hinunter geht, kam beim
Publikum prima an. „Ich finde es einfach Klasse, dass die Tradition des
Theaterspiels in Bierbach so engagiert umgesetzt wird und stets gut
ankommt“, war Besucher Eckes Geißel begeistert.
AUF EINEN BLICK
Neben den Schauspielern gehören zu Mächtig viel Theater: Souffleuse:
Sybille Frevel, Maske: Bärbel Sonntag, Technik: Martin, Dominik und Conny
Risch sowie Reiner Schwarz, Bühnenbild: Jürgen Oster, Ansage: Michael
Wemmert,
Regie: Angelika Wemmert. hh
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