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13.10.2006 - Saarbrücker Zeitung
Der Besuch der reichen Tante
Komödie „Die Silberhochzeit“ in Bierbach
Für ihren turbulenten Dreiakter „Die
Silberhochzeit“ erhielt die Laienspielgruppe „Mächtig viel Theater“ Bierbach
begeisterten Beifall von den über 500 Zuschauern.
VON
SZ-MITARBEITER HANS HURTH
Bierbach.
Das Laienspiel-Ensemble „Mächtig viel Theater“ Bierbach sorgte bei der
Premiere des diesjährigen Stückes
„Die
Silberhochzeit“ für Lacher und häufigen Szenenapplaus. Über 500 Besucher
zeigten sich bei den zwei Vorstellungen am Wochenende begeistert. Die Rollen
der Akteure waren gut besetzt und mit viel Spielwitz routiniert dargestellt.
„Oh Gott, in Abschnitt B4 sind nur noch 16 Tannennadeln“, stöhnt Emil Fetzer
alias Georg Wilhelm, als er an diesem Oktobertag seinen Tannenbaum, ein
Relikt aus der Weihnachtszeit, inspiziert. Gemeinsam mit seinem Freund
Oswald (Ralph Weber) schloss Emil eine Wette ab: Gewinnen soll der, dessen
Weihnachtsbaum länger steht. Daher darf man durchs Wohnzimmer nur auf
Zehenspitzen gehen, da Emil die Umgebung des Tannenbaumes zum Sperrgebiet
erklärt hat. Stündlich wird der vertrocknete Rest mit Wasser besprüht.
Turbulent wird es in diesem Szenario, das die alltäglichen Sticheleien der
Eheleute einschließt, als Emil und Oswald bemerken, dass sie in wenigen
Tagen Silberhochzeit feiern. Als Geschenk für die besseren Hälften soll es
eine Kreuzfahrt nach Wolfersheim geben. Denn einen früheren Ausflug
kommentierten die Frauen bereits mit den Worten: „Mit euch fortzufahren, das
isch ja e Kreuz.“ Unverhofft schreibt auch Erbtante Edith, dass sie zu
Besuch kommen will – doch hat man ihr jahrelang vorgegaukelt, dass in der
Familie alle angesehene Berufe haben und im Haus Luxus herrscht. Stattdessen
ist Schmalhans Küchenmeister. Vor lauter Geiz hat Emil die Wohnstube seit
langem nicht mehr gerichtet. Regale fehlen, sämtlicher Hausrat ist in
Umzugskartons verstaut, das Öffnen von Schubladen könnte ja Erschütterungen
beim Weihnachtsbaum auslösen. Der Brief der Erbtante verursacht helle
Aufregung, die alle Beteilgten mit vielen Gesten vorzüglich spielen. Betty
und Helga (köstlich Marion Schwarz und Petra Schuler) jammern und heulen,
was das Zeug hält, schließlich wurde der Tante stets das Blaue vom Himmel
erzählt. Also soll das Familienleben als Theaterstück inszeniert werden, in
die Rollenverteilung wird auch Susi (trefflich Martina Oster in echtem
Berliner Dialekt) einbezogen. Die Frauen proben den aufrechten Gang mit
Hüftschwung und Büchern auf dem Kopf wie Models, und die Männer folgen im
Gänsemarsch. Auch das Publikum, darunter mit Annelie Faber-Wegener und
Ehegatte Dirk ein echtes Silberhochzeits-Paar, wird beim Stück mit
einbezogen. Die reiche Erbtante tritt im schrillrosa Kostüm mit
amerikanischem Kaugummiakzent auf, alles läuft bis zur unverhofften
Enthüllung nach Plan.
AUF EINEN BLICK
Auf der Bühne
spielten: Ralph Weber, Georg Wilhelm, Marion Schwarz, Petra Schuler, Thomas
Buhles, Friedhelm Nowack, Martina Oster, Monika Schuler und Sigrid Wilhelm.
Fleißige Helfer im Hintergrund waren Michael Wemmert, Sybille Frevel, Jürgen
Oster, Bärbel Sonntag, Conny, Martin, Andreas und Dominik Risch, Regie:
Angelika Wemmert. hh
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