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Der Besuch der reichen Tante
 
Komödie „Die Silberhochzeit“ in Bierbach
 
Für ihren turbulenten Dreiakter „Die Silberhochzeit“ erhielt die Laienspielgruppe „Mächtig viel Theater“ Bierbach begeisterten Beifall von den über 500 Zuschauern.
 
VON SZ-MITARBEITER HANS HURTH
 
Bierbach. Das Laienspiel-Ensemble „Mächtig viel Theater“ Bierbach sorgte bei der Premiere des diesjährigen Stückes „Die Silberhochzeit“ für Lacher und häufigen Szenenapplaus. Über 500 Besucher zeigten sich bei den zwei Vorstellungen am Wochenende begeistert. Die Rollen der Akteure waren gut besetzt und mit viel Spielwitz routiniert dargestellt. „Oh Gott, in Abschnitt B4 sind nur noch 16 Tannennadeln“, stöhnt Emil Fetzer alias Georg Wilhelm, als er an diesem Oktobertag seinen Tannenbaum, ein Relikt aus der Weihnachtszeit, inspiziert. Gemeinsam mit seinem Freund Oswald (Ralph Weber) schloss Emil eine Wette ab: Gewinnen soll der, dessen Weihnachtsbaum länger steht. Daher darf man durchs Wohnzimmer nur auf Zehenspitzen gehen, da Emil die Umgebung des Tannenbaumes zum Sperrgebiet erklärt hat. Stündlich wird der vertrocknete Rest mit Wasser besprüht. Turbulent wird es in diesem Szenario, das die alltäglichen Sticheleien der Eheleute einschließt, als Emil und Oswald bemerken, dass sie in wenigen Tagen Silberhochzeit feiern. Als Geschenk für die besseren Hälften soll es eine Kreuzfahrt nach Wolfersheim geben. Denn einen früheren Ausflug kommentierten die Frauen bereits mit den Worten: „Mit euch fortzufahren, das isch ja e Kreuz.“ Unverhofft schreibt auch Erbtante Edith, dass sie zu Besuch kommen will – doch hat man ihr jahrelang vorgegaukelt, dass in der Familie alle angesehene Berufe haben und im Haus Luxus herrscht. Stattdessen ist Schmalhans Küchenmeister. Vor lauter Geiz hat Emil die Wohnstube seit langem nicht mehr gerichtet. Regale fehlen, sämtlicher Hausrat ist in Umzugskartons verstaut, das Öffnen von Schubladen könnte ja Erschütterungen beim Weihnachtsbaum auslösen. Der Brief der Erbtante verursacht helle Aufregung, die alle Beteilgten mit vielen Gesten vorzüglich spielen. Betty und Helga (köstlich Marion Schwarz und Petra Schuler) jammern und heulen, was das Zeug hält, schließlich wurde der Tante stets das Blaue vom Himmel erzählt. Also soll das Familienleben als Theaterstück inszeniert werden, in die Rollenverteilung wird auch Susi (trefflich Martina Oster in echtem Berliner Dialekt) einbezogen. Die Frauen proben den aufrechten Gang mit Hüftschwung und Büchern auf dem Kopf wie Models, und die Männer folgen im Gänsemarsch. Auch das Publikum, darunter mit Annelie Faber-Wegener und Ehegatte Dirk ein echtes Silberhochzeits-Paar, wird beim Stück mit einbezogen. Die reiche Erbtante tritt im schrillrosa Kostüm mit amerikanischem Kaugummiakzent auf, alles läuft bis zur unverhofften Enthüllung nach Plan.
 
AUF EINEN BLICK
 
Auf der Bühne spielten: Ralph Weber, Georg Wilhelm, Marion Schwarz, Petra Schuler, Thomas Buhles, Friedhelm Nowack, Martina Oster, Monika Schuler und Sigrid Wilhelm. Fleißige Helfer im Hintergrund waren Michael Wemmert, Sybille Frevel, Jürgen Oster, Bärbel Sonntag, Conny, Martin, Andreas und Dominik Risch, Regie: Angelika Wemmert. hh

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