Mit "Mächtig viel Theater" einen Volltreffer gelandet
"Doppelte Hoheiten" begeisterten - Zwei ausverkaufte Vorstellungen und 800 zufriedene Besucher in der Pirminiushalle
Bierbach (hh). Die "doppelten Hoheiten" hatten sich angesagt und
sorgten für Trubel und Gespräch im beschaulichen Bad Bierbach, einem Nest, wo
sich Fuchs und Hase normalerweise "Gute Nacht" sagen. "Vor
sieben Jahren, nach
der Kappensitzung, beschlossen wir, das Laienspiel in Bierbach, das 31 Jahre
ruhte, wieder aufleben zu lassen", erinnert sich Friedhelm Nowack an die
Anfänge von "Mächtig viel Theater" zurück. Zusammen mit Georg Wilhelm gelang
es Nowack, eine muntere Truppe zusammen zu stellen, die Premiere "Quartett im
Doppelbett" war ein derartiger Erfolg, dass man sich seither jährlich mit
einem neuen Stück in die Herzen der Besucher spielt. Nach den Sommerferien
ging es mit den Proben in der Räumen der Grundschule los, eine Woche vor der
Premiere am vergangenen Freitag konnte es am Spielort in der Pirminiushalle an
die Feinabstimmung gehen. "Auch wer seit Beginn von Mächtig viel Theater dabei ist, hat trotzdem
richtig Lampenfieber", verrät kurz vor der Vorstellung Friedhelm Nowack.
"Steht man jedoch auf der Bühne , legt sich nach und nach die Anspannung",
weiß der 45-Jährige. Erstmals dabei war Christine Welsch, die vor zwei Monaten
von ihrem Glück noch nichts wusste. Die 24-Jährige sprang vor neun Wochen
kurzfristig ein, als sich Monika Schuler bei einem Sportunfall einen
Achillessehnen-Anriss zuzog und deshalb ausfiel. Ihren Part als
Polizeihauptwachtmeisterin Hanni spielte Christine Welsch hervorragend.
Pünktlich ließ in seinem kleinen Reich der wortgewandte Bahnhofsvorstand Willi
(verkörpert von Thomas Hüther) die Bahnschranken runter. Zeit für Luzie
(Sigrid Wilhelm), ihren Kiosk zu öffnen und zusammen mit Taxifahrerin Maxi
(Petra Schuler) auf Gäste zu warten. Diesmal war Bad Bierbach in heller
Aufregung, denn Lord Peter und Tochter Lady Heather (mit ihrem
englisch-deutschen Slang köstlich interpretiert von Georg Wilhelm und Martina
Oster) hatten ihren Besuch angekündigt. Sie kamen jedoch nicht wie vorgesehen
mit dem Intercity, sondern vorzeitig mit einem von drei täglich verkehrenden
Bummelzügen an.
"Im englischen Königshaus ist Bierbach durch den Besuch von Königin Mutter in unserer Kappensitzung vor zwei Jahren ein Begriff", weiß Willis Ehefrau Erika (Marion Schwarz), die mit Dibbelabbes die Gäste verwöhnt.
Danach beginnt das Spiel der Verwechslungen, denn Geld und Klunker der Adeligen locken auch zwei gerissene Gauner zu einem Besuch an der Blies. 5000 Euro Belohnung - da wollen natürlich mehrere als Miss Maple ihren Spürsinn beweisen. War der erste Akt in dem tollen Bühnenbild noch etwas verhalten , kam mit dem Intercity Schwung und Pep ins Geschehen um die Hoheiten, wenn auch in den hinteren Reihen das eine oder andere Wort nicht zu verstehen war.
"Wunderschön und locker gespielt", findet Ruth Stopp aus Breitfurt. "Beneidenswert treffliche Typen, deren Leistungen man hoch bewerten muss", sagt Norbert Simon aus Kirkel. "Dass der alte Brauch des Theaterspiels in Bierbach dazugehört, zeigt die große Resonanz der Vorstellung, die mir gut gefiel", sagt Harald Ellrich aus Bierbach, während Jürgen Müller aus Rosenkopf für die Akteure ebenfalls Komplimente bereithält.