In zwei ausverkauften Vorstellungen begeisterte die Laienspielgruppe "Mächtig viel Theater" das Publikum in Bierbach
- Von HANS HURTH -
Bierbach. Vor drei Jahren feierte das Ensemble sein Debüt, das auf Anhieb zum Volltreffer wurde und bei Akteuren wie Publikum Lust auf mehr weckte.
Die Truppe blieb nach dem "Quartett im Doppelbett" nach der Premiere zusammen, wird nun von Jahr zu Jahr immer besser.
"Nach
Faasenacht, bei der die meisten ebenfalls aktiv dabei sind, wird das nächste Theaterstück ausgesucht, Jeder bekommt es zum Lesen, und danach wird vorgeschlagen, wer welche Person spielen möchte", erklärt Sigrid Wilhelm. Ihre Schwester Maritta Schäfer führte bei den ersten Stücken Regie.
"Bei der ersten Leseprobe um die Osterzeit wird bestimmt, wer wen darstellt." Ab Ostern heißt es wöchentlich proben, Ton, Technik abstimmen, Kostüme aussuchen, ehe sich der Vorhang zum saarpfälzischen Schmankerl hebt:
Hans Balzer, stressgeplagter Bürgermeister, vortrefflich gespielt von Georg "Schorsch" Wilhelm, ist vom Pech verfolgt. Ohne seine Tabletten kommt er nicht durch die Tage, die ihm jede Menge Überraschungen bringen, ihm das Leben schwer machen. Dafür sorgt auch die zwar arbeitsscheue, aber in der Wirtschaftsförderung bewährte Amtsdienerin Soffi Schäufele, erfrischend rübergebracht von Marion Schwarz.
Mit ihrem frechen Mundwerk steckt sie der temperamentvollen Dorftratsche Emma, einem Jacob-
Sisters-Verschnitt, exzellent gespielt von Sigrid Wilhelm, so manche Neuigkeiten , die für allerlei Verdächtigungen und Verwechselungen sorgen. Zusammen mit der strebsamen Sekretärin Hannelore( perfekt Martina Oster) nutzt Soffi die Gedächtnislücke des ersten Mannes im Dorfe aus, was die Lage in der Amtsstube eskalieren lässt.
Ihre liebe Müh' und Not hat da die fesche Ehefrau Helene (Anette Motsch) mit ihrem Bürgermeister-Gatten. Wie sie, ist auch der hühnerzüchtende Vereinsmeier Anton (prima Ralph Weber mit seiner
Batschkapp) letztlich überglücklich, dass alles ins Lot kommt. Selbst der Seelenklempner Professor Gottlieb (Friedhelm
Nowack) beendet erfolgreich seine Studien über die vollendete Weiblichkeit. Auch die pikfeine Ludwiga (Monika Schuler) mit ihrem treuen Heinz-Harald (Thomas
Buhles) sowie die harmoniebedürftige Rosalinde (Petra Schuler) finden ihr persönliches
Happy-End. Alles Erwin oder was? Jedenfalls war der Gag zum Ende des Dreiakters eine gelungene Überraschung - angeführt von Eckes Geißel, blies der Musikverein Frohsinn Mimbach Bürgermeister Balzer kräftig den Marsch. Ein Stück Theater, von Laien gespielt, aber auf ihre Art professionell ausgeführt.